Saalburg - Limes

 

Saalburgmuseum

Limesstrasse

Deutschland

 

  Das Römerkastell Saalburg ist das einzige in wesentlichen Teilen rekonstruierte Limeskastell in der Welt. Kaiser Wilhelm II. veranlasste den Wiederaufbau in den Jahren 1897 bis 1907.

Das Römerkastell war errichtet worden, um einen Abschnitt des Obergermanisch - Raetischen Limes und einen Limesdurchgang auf dem Taunuspass zu bewachen. Die Überreste des Limes liegen rund 400 Meter vom Kastell entfernt. Sie zählen zu den am besten erhaltenen am gesamten Limes.

Die Saalburg ist in vielerlei Hinsicht mit dem Thema Limes verbunden.

Der Obergermanisch - Raetische Limes ist das größte Bodendenkmal Europas.

Für den Obergermanisch - Raetischen Limes wurde die Aufnahme in die UNESCO -Liste des Weltkulturerbes beantragt

In den beteiligten Bundesländern wurde im Vorfeld des Antrages die gesamte Strecke neu aufgenommen und dokumentiert. In Hessen wurde darüber hinaus von der Archäologischen Denkmalpflege gemeinsam mit den Kreisen und Gemeinden der "Limesentwicklungsplan Hessen" aufgestellt. Er enthält Vorschläge, wie man in Zukunft mit der Limes umgehen will.

Im Hochtaunus gibt es mit dem Projekt "Limeserlebnispfad Hochtaunus" das größte Vorhaben innerhalb des Limesentwicklungsplanes Hessen.

Am Limeserlebnispfad, ausgehend von der Saalburg, wurde im Mai 2005 das erste Teilstück des Rundweges Saalburg eröffnet.

  Seit Mai 2005 können sich Besucher der Saalburg auf dem "Rundweg Saalburg - am Limeserlebnispfad Hochtaunus" über den Limes und frühe Bauten an der Saalburg informieren. Der Rundweg führt östlich der Saalburg auf der alten Römerstraße nach Norden zu einem Limesdurchgang (Steht man vor dem Kastell mit Blick auf das Haupttor, geht es rechts um die Saalburg herum). Vom Durchgang geht es an einem gut erhaltenen Abschnitt des Limes entlang zur Saalburg zurück.

Drei Tafeln (eine Spende des Lions Clubs Friedrichsdorf-Limes) veranschaulichen auf dem Weg vom Kastell zum Limesdurchgang auf Deutsch, Englisch und Französisch die Themen:

Auf dem Saalburgpass: Frühe Anlagen und ein vieldeutiger Gebäudekomplex
Schon bevor das heute rekonstruierte Kastell Saalburg in römischer Zeit errichtet worden war, gab es hier Schanzen, d.h. kleinere befestigte Unterkünfte für Soldaten. Alle militärischen Anlagen dienten dazu, den Übergang über den Taunuspass zu sichern. Die Schanzen zeichnen sich heute als Wälle und Gräben im Gelände ab. Die noch sichtbaren Mauerzüge gehören zu einem späteren Gebäudekomplex, dessen Funktion nicht geklärt ist.


Limesdurchgang: Nach wenigen Metern verlassen Sie das Römische Reich
Der Limes wurde am Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr. angelegt. Er sollte verhindern, dass unkontrolliert Personen die Grenze passieren und Waren ein- und ausgeführt werden. Nur an einem Limesdurchgang, wie er hier an dieser Stelle nachgewiesen ist, konnte man rechtmäßig ein- und ausreisen. Auch im Mittelalter und in der Neuzeit wurde der ehemalige Limeswall als Grenze genutzt.


Archäologie im Wandel: Das neue Bild vom Limes

Der Limes hat in den rund 160 Jahren seines Bestehens mehrfach sein Aussehen verändert. Forschungen zu Beginn des 21. Jahrhunderts führten zu einer neuen Vorstellung von der Anlage am obergermanischen Abschnitt in ihrer letzten Phase. Sowohl das alte Aussehen (Palisade, Graben, Wall) als auch das neue (Graben, Wall) sind im Gelände rekonstruiert und auf den Tafeln dargestellt. Die neuen Forschungen machen deutlich, dass der Limes auch in seiner Endphase keine undurchdringliche Verteidigungsanlage war.



"Archäologie ist eine spannende Angelegenheit" - so heißt es auf einer der Tafeln. Und damit ist auch schon charakterisiert, was den dargestellten Themen auf allen drei Tafeln gemeinsam ist.