Wach auf, wach auf, du deutsches Land
 
Worte: Johann Walter, 1561
Melodie: Johann Walter, 1561

Falscher BrowserJ. Walther (* 1496 - 25.03.1570) 
Wikipedia

1.
Wach auf, wach auf,
du deutsches Land!
Du hast genug geschlafen.
Bedenk, was Gott an dich gewandt,
wozu er dich erschaffen.
Bedenk, was Gott dir hat gesandt
und dir vertraut sein höchstes Pfand,
drum magst du wohl aufwachen.

2.
Gott hat dich, deutsches Volk,
geehrt mit seinem Wort der Gnaden,
groß Hilf und Kraft dir auch beschert, Elend und Not
zu tragen, viel Feind, groß Not und Haßgeschrei.
Tritt an und fürcht ihr keinerlei!
Die Rott wirst du zerschlagen.
 
3.

Wach auf, Deutschland!
Ist. hohe Zeit,
Du wirst sonst übereilt,
Die Straf' dir auf dem Halse leit,
Ob sich's gleich jetzt verweilet.
Fürwahr, die Axt ist angesetzt
Und auch zum Hieb sehr scharf gewetzt,
Was gilt's, ob sie dein fehlet.

Anm:
Vermutlich die erste deutsche Nationalhymne!

Melodie1  /  Melodie2 / mp3

Wach auf, wach auf, du deutsches Land,
Du hast genug geschlafen,
Bedenk, was Gott an dich gewandt,
wozu ER dich erschaffen!
Bedenk, was Gott dir hat gesandt,
und dir vertraut Sein höchstes Pfand,
drum magst du wohl aufwachen.

Gott hat dich, Deutschland, hochgeehrt,
mit Seinem Wort der Gnaden.
Ein großes Licht dir auch beschert,
und hat dich lassen laden,
zu Seinem Reich, welchs ewig ist,
dazu du dann geladen bist,
zu heilen deinen Schaden.

Gott hat dir, Christum, Seinen Sohn,
die Wahrheit und das Leben,
Sein liebes Evangelium,
aus lauter Gnad gegeben.
Denn Christus ist allein der Mann,
der für der Welt Sünd' g'nug getan,
kein Werk hilft sonst daneben.

Wach auf, Deutschland, s' ist hohe Zeit,
Du wirst sonst übereilet,
die Straf dir auf dem Halse leit,
wenn sich's gleich jetzt verweilet.
Fürwahr, die Axt ist angesetzt
und auch zum Hieb sehr scharf gewetzt,
was gilt's ob sie dein fehlet.

Gott warnet täglich für und für,
das zeugen Seine Zeichen.
Denn Gottes Straf ist vor der Tür,
Deutschland, lass dich erweichen!
Tu rechte Buße in der Welt,
weil Gott dir noch Sein Gnad' anbeut,
und tut Sein Hand dir reichen.

 

Wach auf, wach auf, du deutsches Land!

1. Wach auf, wach auf, du deutsches Land! Du hast genug geschlafen, bedenk, was Gott an dich gewandt, wozu er dich erschaffen. Bedenk, was Gott dir hat gesandt und dir vertraut sein höchstes Pfand, drum magst du wohl aufwachen.

2. Gott hat dich, Deutschland, hoch geehrt mit seinem Wort der Gnaden, ein großes Licht dir auch beschert und hat dich lassen laden zu seinem Reich, welchs ewig ist, dazu du denn geladen bist, will heilen deinen Schaden.

3. Gott hat dir Christum, seinen Sohn, die Wahrheit und das Leben, sein liebes Evangelium aus lauter Gnad gegeben; denn Christus ist allein der Mann, der für der Welt Sünd gnug getan, kein Werk hilft sonst daneben.

4. Für solche Gnad und Güte groß sollst du Gott billig danken, nicht laufen aus seim Gnadenschoß, von seinem Wort nicht wanken, dich halten, wie sein Wort dich lehrt, dadurch wird Gottes Reich gemehrt, geholfen auch den Kranken.

5. Du solltest bringen gute Frucht, so du recht gläubig wärest, in Lieb und Treu, in Scham und Zucht, wie du solchs selbst begehrest, in Gottes Furcht dich halten fein und suchen Gottes Ehr allein, daß du niemand beschwerest.

6. Die Wahrheit wird jetzt unterdrückt, will niemand Wahrheit hören; die Lüge wird gar fein geschmückt, man hilft ihr oft mit Schwören; dadurch wird Gottes Wort veracht’, die Wahrheit höhnisch auch verlacht, die Lüge tut man ehren.

7. Wach auf, Deutschland, ‘s ist hohe Zeit, du wirst sonst übereilet, die Straf dir auf dem Halse leit, ob sich’s gleich jetzt verweilet. Fürwahr, die Axt ist angesetzt und auch zum Hieb sehr scharf gewetzt, was gilt’s, ob sie dein fehlet.

8. Gott warnet täglich für und für, das zeugen seine Zeichen, denn Gottes Straf ist vor der Tür; Deutschland, laß dich erweichen, tu rechte Buße in der Zeit, weil Gott dir noch sein Gnad anbeut und tut sein Hand dir reichen.

9. Das helfe Gott uns allen gleich, daß wir von Sünden lassen, und führe uns zu seinem Reich, daß wir das Unrecht hassen. Herr Jesu Christe, hilf uns nu’ und gib uns deinen Geist dazu, daß wir dein Warnung fassen.

Johann Walter und Graf O. H. von Löben 1561 (Kantor zu Torgau, Luthers Freund und Mitarbeiter)

O deutsches Volk, der neuen Welt
allinnerstes Gemüte.
An Maas und Memel, Etsch und Belt
wächst du zu neuen Blüte.
Hast deine Sach auf Gott gestellt, 
Wirst stehen,
bis der Himmel fällt, 
dass dich der Herr behüte.