Schlesisches Heimatlied

Glocken läuten hell den Sonntag ein
Über Berge muß die Heimat sein
Nach dem Osten wendet sich der Blick
Man läßt uns in die Heimat nicht zurück.
 
Wolken und Vögel, die ihr einsam zieht
traget heim hier dieses schöne Lied,
einen Gruß ins schöne Schlesierland in unser
Das gefallen ist in Polenhand.
 
Den schönsten Platz den ich auf Erden hab
das ist die Rosenbank am Elterngrab.
Doch auch dieses ist uns nicht vergönnt
Weil wir so weit, so weit von ihr getrennt.
 
Wir mußten fliehen aus demHeimatort
Verlaßen Haus und Hof und alles dort.
Schuldlos verarmt treibt man uns hin und her
Es findet eins das andre nimmermehr.
 
Familien jetzt noch ganz zerrissen sind
Hier ist die Mutter, dort ihr einzig Kind
Ein Bauer sucht sich mühsam hier sein Brot
und dort die Lieben leiden bitter Not.
 
Manch armer Vater, altes Mütterlein
Steht nun auf dieser bösen Welt allein
der einzige Sohn, die Stütze einst und Glück
ist aus Gefangenschaft noch nicht zurück.
 
Als Landser irrt verzweifelt er umher
kann nicht zuhaus, hat keine Heimat mehr
geht bis zur Neiße und versucht sein Glück
Der Pole weist ihn erbarmungslos zurück.
 
Das ist der Lohn für seine Tapferkeit
Macht Ende, Herr und wende diese Zeit
Schenkt uns zurück das schöne Schlesierland
Wo einst schon unser Mütter Wiege stand.
 
Denn nur die Hoffnung ist die manche hält
und der Verzweiflung nicht zum Opfer fällt
in tiefste Dunkelheit kommt endlich Licht
drum arme Schlesier verzaget nicht.
 
Nun in der Heimat gibts ein Wiedersehn,
o Gott erhöre unser täglich Flehn,
führ uns zurück an deiner lieben Hand,
in unser einst so schönes Schlesierland.