Mein Schlesierland

 - Paul Maciej

Heimat, du liegst in weiter Ferne,
Heimat, o wie gerne wär' ich jetzt bei dir.
Dich grüßen all die vielen Sterne,
wie lange noch muß ich bleiben fern von dir?

Dich trag ich stets in meinem Herzen
mit den Bergen, Flüssen und den Auen.
Dich, Heimat, müssen wir verschmerzen,
können wir auf dich noch bauen?

Heimat, wohl hab' ich dich verloren,
hab' dich aber nicht vergessen.
Treue, ewige Treue bah' ich dir geschworen,
dir Berg und Tal, wo immer ich mit meinen Lieben hab gesessen.

Nach Osten ist mein Blick gerichtet,
nach Osten, wo die Sonne rot aufgeht,
dort, wo das schwarze Gold geschichtet,
dort ein Stückchen Heimat steht.

Wo Förderturm und Schlote rauchen,
da beginnt der große Strom,
in dessen Fluten Flöße tauchen,
zieht Schiff um Schiff nach Breslau und vorbei am Dom.

Vom Oderberg zum Glatzer Kessel,
wo wechselreich sind Berg und Tal.
Glatz, majestätisch wie im Sessel,
die Neiße munter fließt ins Tal.

Die mit Schnee bedeckte Koppe,
blickt tief ins weite Land.
Der stolze Zobten und die Koppe
sind Repräsentant fürs Schlesierland.

Rübezahl, wer kennt ihn nicht,
mit langem Bart und auf den Stock gestützt.
In aller Munde man von ihm spricht,
wenn man abends um den Ofen sitz.

Hinein ins Land, auf Landmanns Scholle,
da wird gepflügt mit Müh' und Fleiß,
die Erntewagen, die dann rollen,
sind des Bauerns Leistung, sind des Landsmanns Preis.

Wo fett und schwarz der Boden;
das Korn gedeiht, es ist 'ne Pracht,
sieht weit das Auge Korneswogen,
sich wiegend durch die finst're Nacht.

Wenn Abendrot dem Landschaftsbild
verleiht romantisches Gepräge,
dann Reh und Has' und rotes Wild
entschlüpft aus dem Gehege.

Heimat, dich mußte ich verlassen,
das große Treiben mußt es sein.
Heimat, mit den volksbelebten Gassen,
in Gedanken werd ich immer bei dir sein