Odersenke
Abend in der Odersenke

 - Richard Hauptmann

Braune Kolben, schlanke Rohre,
Knaben wissen sie am Weiher.
Über laubgrüner Empore
Sonnenrot im Flug der Reiher.

Rostig zwischen Schilf und Erlen:
Wasserblitze: Fische schnellen.
Wirbelkreise, Schaum und Perlen,
Purpur angeglühte Wellen.

Eingehäkelt in den Weiden
Hängt der Mond zum Horn gebogen.
Kalmus duftet, den wir schneiden -
Doch der Reiher ist verflogen.

 

Acorus calamus

 

Odersenke

Auch das Gebiet der Wasserscheide zwischen Betschwa und Oder (310 m) ist aus ihnen gebildet. Im Ostrauer Kohlenrevier überlagern sie die produktive Kohle in einer starken Schichtenfolge. Sie selbst sind vielfach von Lößlehmlagen bedeckt, die auf den durch Terrassen gegliederten Hängen immer wieder zu finden sind. Durch sie wurde die frühe Besiedlung sehr begünstigt (ältere Steinzeit). Auch jetzt bieten diese Flächen dem Ackerbau die beste Grundlage (Zuckerrüben, Weizen). Große Dörfer breiten sich auf ihnen aus. Die feuchten Talauen jedoch sind meist siedlungsfrei. Sie werden von guten Wiesen eingenommen. Die Fischteiche von früher sind meist aufgelassen.

Der obere Teil der Odersenke ist alter deutscher Siedlungsboden, der vorzüglichen Rinderhaltung wegen als Kuhländchen bekannt. Weil die Durchgangsstraßen den feuchten Talboden mieden, sind die älteren städtischen Siedlungen weit abseits an den Rändern entstanden. Die Erbauung der Nordbahn entlang der Oder hat diese Orte vom Hauptverkehr abgedrückt. Sie sind nur durch Nebenlinien angeschlossen (Knotenpunkte Zauchtel und Stauding). An der Kreuzung der galizischen Straße mit einem alten Weg von Troppau in die Karpaten hatte sich Neutitschein (1939: 13500 Einwohner) zum wichtigsten Ort des Kuhländchens entwickelt. Auch die Industrie hatte hier Fuß gefaßt. So war die Huterzeugung berühmt und die Verarbeitung von Schafwolle bedeutsam. Im Betschwatal sind Leipnik und Mährisch- Weißkirchen (1930: 10800 Einwohner) als Landstädte zu erwähnen, die ehemals eine deutsche Minderheit hatten.

Nach NO verbreitert sich die Odersenke immer mehr und die Ränder verflachen. Die von den Beskiden herabkommenden Zuflüsse Ostrawitza und Olsa drängen die Oder in die Nordrichtung. Bei Oderberg betritt sie die weitgeöffnete schlesische Ebene. Die Ostrawitza bildete früher die Grenze zwischen der Markgrafschaft Mähren und dem Herzogtum Schlesien. Der an ihr gelegene Siedlungskomplex wurde daher auch später noch als Mährisch- bzw. Schlesisch- Ostrau bezeichnet.

http://www.sudeten.de/bas/content/a09_3.htm 

Die Oder

Die Oder (polnisch und tschechisch Odra) ist ein Fluss, der durch Tschechien, Schlesien und Deutschland fließt. Sie entspringt am Lieselberg (tschech. Fidlùv kopec) im mährischen Odergebirge, einem östlichen Ausläufer der Sudeten bei Olmütz (Olomouc), hier bildet sie zum Teil die Grenze zwischen Schlesien und Mähren, überquert hinter Ostrau (Ostrava) die Grenze zwischen Tschechien und Schlesien und fließt durch Schlesien und dessen Hauptstadt Breslau..

Ab der Neißemündung bei Ratzdorf nördlich von Guben in Brandenburg markiert ihre Mitte bis nördlich von Schwedt/Oder die Grenze zwischen Schlesien und Deutschland. Zwischen Schwedt/Oder und Gartz (Oder) teilt sich die Oder in die beiden Arme Westoder (poln.: Odra Zachodnia) und Ostoder (poln.: Odra Wschodnia). Die Westoder ist bis Mescherin Grenzfluss, ehe sie wie die Ostoder beidseitig auf polnischem Territorium weiterfließt. Das Gefälle der letzten 30 km vor Stettin beträgt nur noch wenige Zentimeter. Die Oder ist ab Stettin (Szczecin) für Seeschiffe befahrbar.

Die Oder mündet nach 850 km in das zur Ostsee gehörende Stettiner Haff. Durch Begradigung verkürzte sich die Oder in den letzten 150 Jahren von 1.040 km Länge auf nunmehr 850 km. 1997 kam es zum letzten großen Oderhochwasser.

Oder bei Kienitz.

 

 

 

 


Rechte Nebenflüsse

  1. Olsa

  2. Raude

  3. Birawka

  4. Klodnitz

  5. Malapane

  6. Weide

  7. Bartsch

  8. Pleiske

  9. Eilang

  10. Warthe

Linke Nebenflüsse

  1. Oppa

  2. Zinna

  3. Hotzenplotz

  4. Glatzer Neiße

  5. Lohe

  6. Weistritz

  7. Katzbach

  8. Bober

  9. Lausitzer Neiße

  10. Welse

  11. Alte Oder