Flüchtlingslied

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Fern der Heimat irrt als Flüchtling
in der Ferne ich umher,
und die meisten meiner Lieben,
ach, ich find sie nimmermehr.

Dort wo Kiefernwälder rauschen,
Dort, ach dort, bin ich zuhaus,
Wo die Oder leis sich schlängelt
steht mein liebes Elternhaus.

Ach die Lieben, die dort wohnten
Sie sind verstreut im Wind.
Keiner weiß wo sie geblieben
Oder noch am Leben sind.

Endlos ist mein ganzes Leben
weil ich in der Fremde bin.
Keiner mag mich hier verstehen,
fühlt das ich ein Flüchtling bin.

Murrisch morgens, murrisch abends
murrisch jedes einzig Wort
Keiner mag den Flüchtling sehen
Jeder wünscht ihn wieder fort.

Wer die Heimat nicht verloren
Wem nicht selber Leid geschah
kann die Leiden und die Sehnsucht
eines Flüchtlings nie verstehen.

Ach wie gern wär ich geblieben
mit die Meinigen gern zuhaus
Hatte Ruh dort und auch Frieden
braucht nicht in die Welt hinaus.

Doch das Schicksal wollte's anders
irrt nun in der Welt umher
finde meine teure Heimat
und die Lieben nimmermehr.

http://freepages.genealogy.rootsweb.com/~bgwiehle/schlesien/schlpoem.htm#8

Oh wie is de Heemte doch su wunderschien

Oh wie is de Hemmte doch so wunderschien
wenn de Bliemla und de Beeme bliehn;
wenn de Bächla springa ieber Fels und Steen,
wenn uff Wies' und Reen jubelt gruß und kleen,
wenn is kleenste Derfla lacht eim Sunnaglanz,
wenns ollenga lockt zu Spiel und Tanz.

Ja, doo hällts wull seeldn ees eim Stiebla aus,
oh die Stäädter ziehts uffs Derfla naus,
klattern uff de Berge, sahn durchs Uppengloas,
lähn sich hie eis Groas und dezähln sich woas.
und de Durfpümranza sahn in stiller Ruh
mit verschränkter Orme freindlich zu.

"Liebe Stadtgeschwister, nahmt euch woar die Zeit,
Monda seins ock blußig, wuß nie schneit,
Satt eim Herrgottsgoarta euch hibsch oan die Pracht,
die euch Taag und Nacht ei de Keene lacht.
Seid Fideel und munter ei der Blietazeit
baale stürmt der Winter und is schneit."

August Lichter Fritz Lubrich sen.